BMW aus Deutschland in die Schweiz importieren
Konkrete Schritte, realistische Kostenblöcke, CO₂-Hinweis und Stolperfallen beim BMW-Direktimport aus Deutschland. Sachlich, kaufnah.
Stand 2026-06-10
BMW ist eine der meistimportierten Marken aus Deutschland in die Schweiz. Gründe: grosses Gebrauchtmarkt-Angebot, transparente Modellvarianten und für die meisten aktuellen Baureihen vorhandene Schweizer Typengenehmigung in ASTRA TAS. Wer einen 3er, X3 oder ein M-Modell sucht, findet in Deutschland häufig ein Fahrzeug, das im Preisvergleich zur Schweiz attraktiv sein kann.
Warum BMW-Import aus Deutschland
- Grosse Auswahl an Konfigurationen und Ausstattungs-Linien (M-Sport, xLine, Luxury)
- Häufig günstigere Marktpreise als auf Schweizer Plattformen — abhängig von Modell, Ausstattung und Stand
- Kein Typengenehmigungs-Problem: Mit EU-Übereinstimmungsbescheinigung ist das Fahrzeug von der Schweizer Typengenehmigung befreit (TGV Art. 4 Abs. 2); der hinterlegte Typ in ASTRA TAS erleichtert zusätzlich das Formular 13.20A
- Dichtes Service-Netz in der Schweiz — Wartung auch nach dem Import unproblematisch
Typische Risiken
- CO₂-Sanktion kann bei stärkeren Modellen relevant werden. Der Betrag hängt vom konkreten Fahrzeug ab (WLTP-CO₂, Leergewicht, Erstinverkehrsetzung im Ausland). Tendenz: Diesel-SUVs und V8-M-Modelle eher höhere Sanktion, kleinere Benziner und Hybride eher moderat. Genauer Wert nur per Importrechner.
- EU-Gebrauchtfahrzeug-Regel kann die CO₂-Sanktion entschärfen, wenn das Fahrzeug die im Ausland vorgeschriebene Zulassungsdauer und Laufleistung erreicht — aktuelle Schwellenwerte vor Kauf bei BAFU/BAZG prüfen.
- Ausstattungs-Codes können abweichen. Schweizer Anforderungen (z.B. Tagfahrlicht-Verschaltung, Assistenzsysteme) prüfen lassen.
- Garantie: BMW-Werksgarantie gilt EU-weit. Anschlussgarantie nur über Schweizer BMW-Händler übertragbar, je nach Importbedingungen ggf. mit Aufpreis.
- Tachomanipulation: Laufleistungs-Historie (Serviceheft, BMW-Datenstand) vor dem Kauf prüfen.
Import-Ablauf in 6 Schritten
- Wunschmodell + Budget definieren, Inserate auf autoscout24.de / mobile.de / kleinanzeigen.de sichten.
- Vorab-Check: COC in Papierform verlangen, es entscheidet über die Prüftiefe (VTS Art. 31). CO₂-WLTP-Wert vom Verkäufer einholen. Form 13.20A mit allen Pflichtfeldern prüfen.
- Anzahlung + Reservation beim deutschen Verkäufer. Kaufvertrag mit Klausel "Export Schweiz".
- Abholung oder Überführung. Deutsches Kurzzeitkennzeichen (Gültigkeit max. 5 Tage) für Eigenüberführung oder Spedition. Kosten je nach Anbieter und Strecke prüfen.
- Schweizer Grenzstation: Verzollung, Automobilsteuer (4 %), MWST (8.1 %) auf Kaufpreis + Transport.
- MFK + Zulassung beim Strassenverkehrsamt — Reifenhai übernimmt auf Wunsch Anmeldung und Termin.
Kostenblöcke (Orientierung, keine Festpreise)
| Position | Kategorie |
|---|---|
| Kaufpreis im Ausland | marktabhängig — Ausstattung, Laufleistung, Stand |
| Transport / Überführung | Eigenüberführung mit Kurzzeitkennzeichen oder Spedition |
| Zoll (EU-Ursprung mit EUR.1) | meist 0 CHF |
| Automobilsteuer (4 % auf Wert + Transport) | siehe Importrechner |
| MWST 8.1 % | siehe Importrechner |
| CO₂-Sanktion | je Fahrzeug, abhängig von WLTP-Wert und Befreiung |
| MFK + Schilder + Zulassung | kantonal unterschiedlich |
| Reifen-/Bremsen-Check | optional, fahrzeugabhängig |
Was sich pro Modell unterscheidet
- 3er / 4er (aktuelle G-Generation): meist gut homologiert. 320d/330e WLTP-Werte je nach Variante prüfen.
- 5er (G30/G60): häufig als DE-Leasingrückläufer verfügbar. Kantonssteuer und Sanktion je nach Motor prüfen.
- X3 / X5: als SUV in der Regel höhere CO₂-Sanktion und Kantonssteuer.
- M-Modelle (M2/M3/M4/M5): tendenziell deutlich höhere Sanktion. EU-Gebrauchtfahrzeug-Befreiung kann je nach Auslandszulassung greifen — vorab prüfen.
- i4 / iX und weitere BEV: keine CO₂-Sanktion. Ladearchitektur 400 V (Gen5) bei allen aktuellen i-Modellen; Wallbox-Kompatibilität und maximale Ladeleistung je Modell prüfen.
