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Hybride und Plug-in-Hybride importieren. Die CO₂-Falle.

PHEV-Importe wirken günstig auf dem Inserat. In der Schweizer CO₂-Sanktion zählt aber der gewichtete WLTP-Wert. Was Käufer wissen müssen, bevor sie zuschlagen.

Stand 2026-05-26

Plug-in-Hybride werden in vielen EU-Ländern gefördert. Subventionen, niedrige Steuern, Firmenwagen-Vorteile. Auf dem deutschen oder italienischen Inserat sieht der Preis verlockend aus. In der Schweiz greift dann aber eine andere Logik — und das macht den günstigen PHEV plötzlich teuer.

1. CO₂-Sanktion: welcher Wert zählt

Die Schweizer CO₂-Sanktion bemisst sich am WLTP-Wert. Bei Plug-in-Hybriden gibt es im CoC (Certificate of Conformity) zwei Werte:

  • Punkt 49.1: kombinierter WLTP-Wert, gewichtet. Berücksichtigt den elektrischen Anteil über eine angenommene Nutzung. Sehr niedrige Werte (typisch 20 bis 50 g/km).
  • Punkt 49.4: WLTP-Wert ohne elektrischen Anteil. Der reine Verbrennerwert, oft 150 bis 200 g/km.

Für die Schweizer CO₂-Sanktion zählt Punkt 49.1, der gewichtete Wert. Das ist der Wert, der den PHEV in der Sanktionsfreien Zone hält. Wer hier den falschen Wert in den Importrechner eingibt, kalkuliert zu hohe Sanktionen und glaubt fälschlich, der PHEV sei nicht importierbar.

2. Warum die EU-Subventionen in der Schweiz nichts wert sind

Deutschland förderte PHEVs jahrelang mit Umweltbonus, Kaufprämien und Firmenwagen-Steuervorteilen. Italien, Frankreich und die Niederlande haben ähnliche Programme. Die Folge: PHEVs sind im Ausland im Listenpreis vergleichsweise günstig, im Sekundärmarkt aber massiv abgewertet.

In der Schweiz gibt es:

  • Keine direkte Kaufprämie auf Bundesebene. Einzelne Kantone (TG, VD, BS, BL) haben kleine Beiträge, die meisten nicht.
  • EV-Befreiung von der Motorfahrzeugsteuer in vielen Kantonen — aber nur für reine BEV, nicht für PHEV.
  • Verbrauchsabgabe nach Schweizer Logik — also wieder die CO₂-Sanktion.

Die Folge: ein subventionierter PHEV aus DE oder IT wird in der Schweiz wie ein normaler Verbrenner-Hybride besteuert. Die Wertverluste der EU bleiben am Käufer hängen.

3. Wann sich der PHEV-Import lohnt

  • Geringer Listenpreis-Diskount. Wenn der Sekundärmarkt im Ausland den PHEV stark abgewertet hat (häufig bei BMW iX1, Mercedes A 250e, Volvo XC60 T8), kann der CH-Endpreis unter dem CH-Marktpreis bleiben.
  • Hoher gewichteter WLTP unter dem CH-Zielwert. Ist der gewichtete WLTP unter dem individuellen Zielwert (Basis 93.6 g/km, gewichtsabhängig nach BFE-Formel), entfällt die CO₂-Sanktion komplett.
  • Geschäftliche Nutzung mit Vorsteuerabzug. MWST + Automobilsteuer können bei der Vorsteuer geltend gemacht werden.

4. Wann der PHEV-Import zur Falle wird

  • Alter und Kilometerstand entscheiden über die CO₂-Pflicht, und zwar in dieser Reihenfolge. Massgeblich ist, wie lange der Wagen vor der Zollanmeldung im Ausland zugelassen war: Bis sechs Monate ist er immer sanktionspflichtig, unabhängig vom Kilometerstand. Zwischen sechs und zwölf Monaten nur, wenn er weniger als 5’000 km gelaufen ist. Ab zwölf Monaten entfällt die Pflicht (Art. 17d Abs. 3 CO2-Verordnung, SR 641.711). Die verbindliche Einstufung macht die Zollanmeldung.
  • CoC fehlt oder ist unvollständig. Ohne CoC mit klarem Punkt 49.1 muss der Schweizer Zoll den ungewichteten Wert annehmen. Bei einem PHEV ohne CoC droht eine vierstellige Sanktion.
  • Falsche Eingabe im Importrechner. Wer den ungewichteten WLTP einträgt, kalkuliert eine Sanktion, die real nicht anfällt. Der Importrechner braucht den gewichteten Wert aus CoC Punkt 49.

5. Häufige PHEV-Importe und ihre Tücken

  • BMW 330e, 530e, X1 xDrive25e: CoC enthält Punkt 49.1 sauber. Standard-Import unproblematisch.
  • Mercedes-Benz A 250e, GLA 250e, GLE 350e: gleiche Lage. Achtung beim älteren A 250e (vor 2022): einige CoC ohne Punkt 49.1 — dann ist Klärung nötig.
  • Volvo XC60 Recharge, XC90 Recharge: PHEV-Standardimport, T8-Versionen attraktiv im DE-Markt.
  • Audi Q5 TFSI e: oft mit aggressivem deutschen Listenpreis-Diskount. CoC ok.
  • Toyota Prius Plug-in / RAV4 Plug-in: kleiner Akku, gewichteter Wert deutlich höher als bei Premium-PHEVs. Sanktion kann anfallen.

6. Reifenhai-Vorgehen bei PHEV-Importen

  1. CoC prüfen vor Kaufverhandlung. Punkt 49.1 muss vorhanden sein.
  2. Importrechner mit gewichtetem WLTP kalkulieren. Hinweis im Tool beachten.
  3. CO₂-Pflicht-Check. Erstzulassung + Kilometerstand entscheiden, ob CO₂ überhaupt fällig wird.
  4. Klare Offerte. Wenn CoC oder gewichteter Wert unsicher, Range-Kalkulation mit Sanktions-Worst-Case.
  5. Zollanmeldung mit allen Belegen, damit Punkt 49.1 anerkannt wird.

PHEV-Import sauber rechnen lassen

Plug-in-Hybride sind keine Schnäppchen aus dem Reflex — sie müssen einzeln gerechnet werden. Reifenhai nimmt den CoC, prüft Punkt 49, rechnet die CO₂-Sanktion exakt und macht eine offerte mit klarer Aufschlüsselung. Importrechner für Plug-in-Hybride: /tools/importrechner.