Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko: Was deckt was
Drei Schichten Autoversicherung in der Schweiz: Pflicht-Haftpflicht und zwei freiwillige Kasko-Stufen. Wann was sinnvoll ist und welche Schäden wirklich abgedeckt sind.
Stand 2026-08-28
Wer ein Auto in der Schweiz hält, schliesst mindestens eine Haftpflichtversicherung ab — Pflicht nach SVG. Teilkasko und Vollkasko sind freiwillig. Sie decken unterschiedliche Risiken und sind unterschiedlich teuer.
Drei Schichten
| Schicht | Pflicht / freiwillig | Wofür |
|---|---|---|
| Haftpflicht | Pflicht (SVG) | Schäden, die du anderen zufügst — Personen, Sachen, Fremdfahrzeug |
| Teilkasko | Freiwillig | Schäden am eigenen Auto OHNE Verschulden — Hagel, Wild, Diebstahl |
| Vollkasko | Freiwillig | Wie Teilkasko PLUS selbstverschuldete Schäden am eigenen Auto |
Haftpflicht — was sie tut und was nicht
- Tut: zahlt Schaden, den du als Halter/Lenker einem anderen zufügst — Beule am fremden Wagen, verletzte Passanten, beschädigte Strassenmöbel
- Tut nicht: zahlt nicht deinen eigenen Schaden — der eigene Wagen ist nicht abgedeckt
- Versicherungssumme: Das gesetzliche Minimum sind 5 Millionen Franken je Unfallereignis für Personen- und Sachschäden zusammen (VVV Art. 3 Abs. 1). Übliche Policen decken ein Vielfaches davon, weil ein schwerer Personenschaden mit lebenslanger Rente diese Grenze erreichen kann
Teilkasko — was sie deckt
Bandbreite pro Versicherer leicht unterschiedlich, Kern typischerweise:
- Hagel, Sturm, Hochwasser, Lawine, Felssturz
- Brand, Explosion, Blitzschlag
- Diebstahl, Einbruch, Raub
- Glasbruch
- Marderbiss
- Wildunfall (Säugetier-Definition pro AVB unterschiedlich)
- Tierkollision (manchmal)
Kein Verschulden: Verursachst du den Schaden selbst, deckt die Teilkasko nicht.
Was die Haftpflicht ausschliessen darf, steht dagegen im Gesetz (SVG Art. 63 Abs. 3): Sachschäden, die eine Person verursacht hat, für die du einstehen musst; Sachschäden des Ehegatten oder eingetragenen Partners, der Verwandten in auf- und absteigender Linie und der Geschwister im gemeinsamen Haushalt; sowie Ansprüche, für die du gar nicht haftest. In der Praxis nutzen die Policen diese Möglichkeit.
Vollkasko — was sie zusätzlich deckt
Vollkasko = Teilkasko + Eigenverschulden:
- Selbst verursachter Sachschaden am eigenen Auto
- Vandalismus (oft)
- Parkschaden ohne Verursacher (manchmal, Police prüfen)
Wie lange sich eine Vollkasko lohnt, ist eine Rechnung und keine Regel, und sie hängt am Restwert des Fahrzeugs gegen die Jahresprämie plus Selbstbehalt. Als Faustzahl nennen Berater fünf bis sieben Jahre, aber ein teures Fahrzeug kann die Grenze deutlich überschreiten.
Wann was sinnvoll ist
Faustregel (kein Versprechen):
- Neuer / Leasing / hochwertiger Wagen: Vollkasko
- 5-10 Jahre alt, gut erhalten: Teilkasko
- Sehr alt, niedriger Restwert: nur Haftpflicht
Bausteine zusätzlich
Über die Standard-Schichten hinaus oft optional buchbar:
- Insassen-Unfall-Versicherung — Schaden bei Personen im Auto
- Pannenhilfe — TCS/ACS oder versicherereigene Pannenhilfe
- Verkehrsrechtsschutz — siehe separates Cluster
- Mobilitäts-Garantie / Ersatzwagen-Baustein
- GAP-Versicherung — wichtig bei Leasing-Totalschaden
Wichtig
Diese Übersicht ersetzt keine konkrete Beratung. Vergleich die AVB deines Versicherers oder zieh einen unabhängigen Berater bei.
